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BFW-Praxisinfo 54/2022

Lackner Ch. [Red.] Die Zukunft der Kiefernarten. 15 S.

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Inhaltsverzeichnis:

•    ERNST LEITGEB, FRANZ STARLINGER: Rolle der Kiefern im Klimawandel
•    KATHARINA SCHWANDA, THOMAS L. CECH, GERNOT HOCH:
Vorhandene und neue Schadorganismen an Kiefern
•    WERNER RUHM, SILVIO SCHÜLER:
Kiefernbewirtschaftung als Hoffnungsträger oder Problemfall: alles eine Frage des Waldbaus!?



Vorwort:

Wer entlang der Südautobahn von Wiener Neustadt nach Wien fährt, dem werden die landschaftsprägenden Schwarzföhrenwälder deutlich auffallen. Der Harzgeruch, die Baumkrone mit ihrer markanten Schirmform und die stark ausgeprägte rissige Rinde sind einige der besonderen Merkmale der Schwarzföhre, die vor allem am niederösterreichischen Alpenostrand, an den Westhängen des Rosaliengebirges und in den Karawanken Südkärntens natürlich vorkommt. Der Klimawandel wird die Baumartenverteilung in Europa verändern. Neben der Schwarzföhre werden auch der Weißkiefer gewisse Wachstumsvorteile und höhere Überlebenschancen unter zukünftigen Klimabedingungen nachgesagt. Diesen beiden Kiefernarten war der BFW-Praxistag im Jänner 2022 gewidmet, an dem über 300 Personen teilnahmen. Die Vorträge wurden jetzt in dieser Ausgabe 54 der BFW-Praxisinformation zusammengefasst.

Die Weiß- und die Schwarzkiefer besiedeln unter anderem trockene Extrem standorte, dort stehen nicht die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund, sondern die Schutzwirkung des Waldes vor Erosion. Die Weißkiefer kann aber auf etwas mäßig frischeren Standorten bessere Holzqualitäten produzieren, dafür bedarf es aber Fingerspitzengefühl bei der waldbaulichen Behandlung. Über die richtigen Standorte, Zeitpunkte und Maßnahmen informieren Experten und Expertinnen des BFW in diesem Heft. Auch die Wechselwirkungen mit Krankheiten oder Parasiten werden über die Zukunftsfähigkeit der Kiefern entscheiden. Den Kiefern macht vor allem ein Pilz zu schaffen: Diplodia sapinea, das sogenannte Diplodia-Kieferntriebsterben. Das BFW arbeitet beispielsweise im Projekt ASKFORGEN daran, die genetische Variation der Kiefer zu nutzen, um diesem Problem entgegenzutreten. Um das Wissen zum Wuchsverhalten der Schwarzkiefer zu erweitern, wurde 2014 vom BFW eine Versuchsfläche am Anninger im Wienerwald in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bundesforste AG angelegt. Untersucht werden das Wachstum, die Stabilität und die Qualität der Schwarzföhre bei unterschiedlich hoher Stammzahlhaltung. Das BFW kümmert sich um diese wichtigen Baumarten.