BFW-Praxisinfo 53/2021 Vergrößern

BFW-Praxisinfo 53/2021

Lackner Ch. [Red.] Die Zukunftsbaumart Eiche. 27 S.

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192 verfügbare Teile

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Inhaltsverzeichnis:

  • ERNST LEITGEB, FRANZ STARLINGER: Rolle der Eichen im Klimawandel
  • WERNER RUHM, SILVIO SCHÜLER, HANNES SCHÖNAUER: Eichenbewirtschaftung: Möglichkeiten der Wertsteigerung durch starke Durchforstung und verspätete Lichtwuchsdurchforstung
  • HANNES SCHÖNAUER, SILVIO SCHÜLER: Eine Orientierungshilfe für Eichenkulturen
  • GEORG KINDERMANN: Die Oberhöhenbonität der Eiche in Abhängigkeit von Klimaänderungen
  • MARCELA VAN LOO, JAN-PETER GEORGE, LAMBERT WEISSENBACHER, SILVIO SCHÜLER, THOMAS GEBUREK, HEINO KONRAD: Genetik: Fit für Eichen
  • GERNOT HOCH, THOMAS CECH: Altbekannte und neue Schadinsekten und Pathogene an Eichen
  • GERHARD PELZMANN: „Bares für Rares“ – Wertholzsubmissionen in Österreich 2001-2021

 

Vorwort

In vielen Gesprächen mit Waldbesitzern und Waldbewirtschafterinnen zur Klimaerwärmung fällt recht bald die Frage: „Welche Baumarten soll ich jetzt fördern oder setzen?“ Am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) wird diese Frage oft diskutiert. Und wir kommen zum Schluss: Die Erhöhung der Temperatur lässt sich mit Klimahüllen recht gut modellieren, darauf basierend können Grobabschätzungen getroffen werden. Sehr oft entscheidet dann jedoch der Standort. Dazu haben

Expertinnen und Experten des BFW jetzt gemeinsam mit Forstpraktiker*innen die Baumartenampel, die von Dipl.-Ing. Christoph Jasser für Oberösterreich entwickelt wurde, für die neun Wuchsgebiete durchgerechnet und visualisiert. Diese Baumartenampeln werden noch heuer vom BFW als Broschüren zur Verfügung gestellt.

Noch mehr ins Detail gehen die Expertinnen und Experten des BFW bei der dynamischen Waldtypisierung in der Steiermark. Dort werden künftig geografische Standortsinformationen abrufbar sein, die von den Berater*innen und Waldbewirtschafter*innen für ihre Entscheidungen vor Ort genutzt werden können.

Die Eichenarten werden in der Steiermark forstlich deutlich an Bedeutung gewinnen. Aber nicht nur dort, sondern in vielen Regionen Österreich, u.a. auch an der unteren Waldgrenze, auf vielen sekundären Fichtenstandorten und in inneralpinen Trockentälern. Denn: Im Zuge des Klimawandels ist mit zunehmendem Trockenstress für unsere Bäume zu rechnen. Die Eichen haben den Vorteil, dass sie sich rascher von einem Trockenstress erholen können und somit von einer Schwächung der Konkurrenzbaumarten profitieren.

Den Eichenarten war der BFW-Praxistag 2021 gewidmet, die Vorträge wurden in dieser vorliegenden BFW-Praxisinformation zusammengefasst. Bei Eiche sollte die Wertholzproduktion im Vordergrund stehen. Die Aufforstung gehört zu den kostenintensivsten waldbaulichen Tätigkeiten. Ing. Hannes Schönauer vom BFW hat die Kosten für die empfohlenen Aufforstungsvarianten Reihenpflanzung, Reihenmischung und Trupppflanzung durchgerechnet.

Aber viel wichtiger als die Form der Aufforstung sind ein klares Konzept, gutes Pflanzmaterial und die richtige Pflege in den ersten Jahren. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Eiche mit vertretbaren Mitteln jener Raum gegeben werden, der ihr zusteht. Sie hat mit ihren Arten das Potential, mit der Klimaerwärmung als wirtschaftliche Leitbaumart auf unseren wärmsten Standorten am ehesten zurechtzukommen.