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BFW-Praxisinfo 43/2017

Lackner Ch., Ruhm W. [Red.] / Die Esche – eine bedrohte Baumart




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47 verfügbare Teile

6.00 €

GREGOR M. UNGER, THOMAS KIRISITS, HEINO KONRAD, SILVIO SCHÜLER,THOMAS GEBUREK: Züchtungs- und Erhaltungsinitiative „Esche in Not“ – Unterstützung weiterhin gefordert!
BERTHOLD HEINZE: Bei uns und über dem Gartenzaun: die Entwicklung des Eschentriebsterbens in Österreich im europäischen Kontext
GERNOT HOCH: Neues Ungemach für die Esche: der Eschenprachtkäfer vor den Toren der EU
GEORG KINDERMANN, WERNER RUHM, HANNES SCHÖNAUER: Die waldbauliche Behandlung der Esche
RICHARD BÜCHSENMEISTER: Die Esche – die zweithäufigste Laubbaumart Österreichs
HERBERT TIEFENBACHER: Ulmenwelke, Eichen- und Eschentriebsterben – Ein Auwald-Drama, dritter Akt
BERTHOLD HEINZE: Genetische Analysen in österreichischen Eschenbeständen: wie viel Vielfalt wird verloren gehen?
HERFRIED STEINER: Die Gemeine Esche im österreichischen Naturwaldreservate-Netz

Poster zum Herausnehmen:

KATHARINA SCHWANDA, GREGOR M. UNGER, THOMAS L. CECH, THOMAS KIRISITS: Der Krankheitszyklus des Eschentriebsterbens
KATHARINA SCHWANDA, MARTIN BRANDSTETTER, THOMAS L. CECH: Monitoring des Eschentriebsterbens in Niederösterreich

 

Vorwort:

Die Esche kommt beinahe in ganz Europa vor, lediglich in Südspanien und Nordskandinavien fehlt sie. Nach Buche und Eiche zählt die Esche zu den wichtigsten heimischen Laubbäumen. In Au- und Schluchtwäldern, entlang von Bächen und Flüssen, aber auch auf flachgründigen Kalkstandorten kann sie ohne weiteres bestandsbildend auf treten. In buchendominierten Laubmischwäldern ist sie als Mischbaumart auf zahlreichen Standorten zu finden. Es spricht viel für die Esche: Sie ist eine „bodenpflegliche“ Baumart, die durch ihre leicht zersetzliche Streu die Humusform und den Oberboden verbessert. Ihr Holz ist sehr begehrt, es zählt zu den wertvollsten Hölzern des mitteleuropäischen Waldes. Aktuell sind die Bestände der Eschen durch das Eschentriebsterben ernsthaft bedroht und eine Neubewertung dieser Baumart scheint daher angebracht. Aus dieser ehemals stabilen und relativ betriebssicheren Baumart wurde eine „Risikobaumart“, die aber trotz allem nicht vollständig „aufgegeben“ werden sollte. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) und die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) starteten im Sommer 2015 mit „Esche in Not“ eine in Mittel europa einzigartige Erhaltungsinitiative für die Esche. Aktive Generhaltungs- und Züchtungsmaßnahmen sollen den natürlichen Vorgang der Resistenz bildung gegenüber dem Eschentriebsterben unterstützen und beschleunigen. Aber was werden wir verlieren, wenn die Esche durch die grassierende Krankheit als Waldbaum verlorengeht und nur in Einzelexemplaren erhalten werden kann? Gibt es Bestandsaufnahmen ihrer genetischen Vielfalt vor dem Krankheitsausbruch? Welche Erkenntnisse und Strategien haben andere Länder, in denen die Krankheit schon länger wütet? Wie kann während dieser Erkrankung mit der Baumart Esche waldbaulich „gelebt“ werden? Diese Fragen zu beantworten und den aktuellen Stand der Initiative „Esche in Not“
darzustellen ist die Aufgabe dieser BFW-Praxisinformation. Das BFW möchte mit diesem Heft auf die Bedeutung dieser Baumart hinweisen, bei der planmäßiges forstliches Handeln zurzeit kaum möglich ist und abgesicherte alternative Handlungsstrategien noch in der Entwicklung stecken.
Dr. Peter Mayer; DI Werner Ruhm