BFW-Praxisinformation 40/2016 Vergrößern

BFW-Praxisinformation 40/2016

Lackner Ch., Leitgeb E., Englisch M., Markart G. [Red.], / Wasser.Wald

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7 verfügbare Teile

6.00 €

MICHAEL ENGLISCH: Wald und Wasser – ein (fast) ideales Paar
BERTHOLD HEINZE: Wasser.Wald: Auwaldbewirtschaftung zwischen Holzproduktion, neuen Schädlingen und Krankheiten sowie Naturschutz
GERNOT HOCH, THOMAS L. CECH, BERNHARD PERNY: Die Profiteure vom Wald ohne Wasser: Warum Trockenheit Borkenkäfer, Triebsterbenspilze und andere Schadorganismen begünstigt
MICHAEL ENGLISCH, ERNST LEITGEB, KARL GARTNER, ROLAND KÖCK, EDUARD HOCHBICHLER: Potenzial und Sicherung der Trinkwasserspeicherung in Österreichs Wäldern
GERHARD MARKART, BERNHARD KOHL, BERNADETTE SOTIER: Bergwälder als Abflussregulatoren
VERONIKA LECHNER, MARC ADAMS: Drohnengestützte Erhebungen von Bergwäldern und des Feststofftransportes

Vorwort:

Wald und Wasser – zwei kongeniale Partner:  Wald und Wasser sind zwei so miteinander verwachsene Bereiche, dass wir am BFW beschlossen haben, sie in den Mittelpunkt unseres BFW-Praxistages zu rücken. Die Bereitstellung von Trinkwasser wird gesellschaftspolitisch national und global an Bedeutung gewinnen. Laut Weltwasserbericht 2015 der UNESCO haben weltweit rund 750 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Österreich verbraucht eine Person durchschnittlich 135 Liter Wasser täglich, wobei nur drei Liter getrunken werden. Die anderen 132 Liter fallen für Dusche, WC, Abwasch und dergleichen an. Nicht berücksichtigt ist dabei der globale „Wasserfußabdruck“, den wir durch unseren Lebensstil weltweit hinterlassen.
Wasser hat aber eine bedrohliche Komponente – als Naturgefahr. Es wird geschätzt, dass 90 Prozent aller Naturgefahren mit Wasser in Verbindung stehen – mit einer stark steigenden Anzahl von Menschen, die von diesen Gefahren bedroht sind. Wenn man bedenkt, dass 1700 Gemeinden in Österreich als Wildbach-, Lawinen- oder Erosionsgebiete gelten, dann bekommt man eine Vorstellung, wie wichtig das richtige Verhältnis von Wald und Wasser ist. Wären keine schützenden Wälder vorhanden, müsste man nach Schätzungen von Experten (BMLFUW) mit 350 Millionen Ausgaben rechnen, um ihre Wirkung zu ersetzen – um ein Vielfaches mehr als jene durchschnittlichen Ausgaben, die für Wälder und Infrastruktur gegen Naturgefahren ausgegeben wurden. Die Wasserleistungen des Waldes sind dementsprechend von großer Bedeutung: Stimmt die Überschirmung im Wald, kann Niederschlag zu einem hohen Prozentsatz verdunsten, ein Teil gelangt gar nicht erst in den Boden, wo er bei verdichteten Verhältnissen enormen Schaden anrichten kann. Ein stabiler Wald mit der geeigneten Baumartenwahl gewährleistet Trinkwasserqualität und einen gesunden Waldboden, der Wasser aufgrund seines Speichervermögens verzögert abfließen lassen kann. Die Mitwirkung an der Verringerung des Abflusses ist also ein aktiver Beitrag zum Hochwasserschutz. Ein gesunder Wald bedeutet kontinuierliche Trinkwasserversorgung und langfristige Sicherheit vor Naturgefahren für uns und unsere Infrastruktur.
Das und noch viel mehr erwartet sie in dieser BFW-Praxisinformation. Wir wünschen eine interessante Lektüre.