BFW-Dokumentation 19/2015 Vergrößern

BFW-Dokumentation 19/2015

Rössler G.: Wuchsleistungsvergleiche zwischen Vor- und Folgebeständen langjähriger
Fichten-Dauerversuchsflächen

 Diese Arbeit wurde an der Universität für Bodenkultur in Wien im November 2014 als Dissertation vorgelegt (Betreuer: Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hubert Sterba)
Approbation der Arbeit im Dezember 2014 (Begutachter: Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hubert Sterba und Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hubert Hasenauer)
Rigorosum am 14. Jänner 2015

 



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Zusammenfassung

In den letzten Jahrzehnten wurde wiederholt durch die Forstwissenschaft aber auch durch die forstliche Praxis uber eine Steigerung des Wachstums der Waldbaume berichtet. Ziel dieser Untersuchung war der Nachweis von Wachstumssteigerungen in Folgebestanden alter ertragskundlicher Dauerversuche der osterreichischen forstlichen Forschungsanstalt (heute Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum fur Wald, Naturgefahren und Landschaft). Ziel war nicht ein grosraumig gultiges Ergebnis zu bekommen, sondern eine klar abgegrenzte Studie des Wachstums der Baumart Fichte anhand von einigen Fallbeispielen durchzufuhren. Durch einen Wachstumsvergleich aufeinanderfolgender Bestandesgenerationen sollte untersucht werden, ob und wieweit sich das Wachstum in der Folgegeneration vom Wachstum des Vorbestandes unterscheidet. Dazu wurden funf Beispiele alter Dauerversuche im steirischen und oberosterreichischen Salzkammer gut, in Salzburg und Tirol ausgewahlt. Aus den Vorbestanden lagen Ergebnisse von periodischen Bestandesmessungen etwa ab 1890 sowie Berechnungsergebnisse von Stammanalysen vor. Kritisch anzumerken ist, dass die versuchseinrichtung uberwiegend erst bei hohem Bestandesalter erfolgte und dadurch bei der Beurteilung der Vornutzungen bis zur Einrichtung der Versuche teilweise mehr oder weniger grosse Unsicherheiten bestanden. Im Bereich der ehemaligen Dauerversuchsflachen wurde in den aktuellen Folgebestanden eine fix definierte Flache eingerichtet und von jedem Baum auf dieser Fläche Messdaten erhoben. Weiter wurden zur Feststellung von eventuellen Vornutzungen auf diesen Flachen auch samtliche Stocke hinsichtlich Durchmesser und Alter erhoben. Zusatzlich wurden im Folgebestand noch Baume aus der herrschenden und vorherrschenden Schicht zur Durchfuhrung von Stammanalysen gefallt. An 10 Baumen je Probeflache wurden auserdem noch Nadelproben zur Analysierung der Nahrelementversorgung der Baume entnommen. Die Untersuchung der Wachstumsanderungen erfolgte in erster Linie anhand der zuwachskundlichen Parameter Hohe, Brusthohendurchmesser und Gesamtwuchsleistung aufgrund der Bestandesmessungen in den ehemaligen Versuchsbestanden sowie in den derzeit stockenden Folgebestanden. Ein weiterer Wachstumsvergleich wurde mittels Stammanalysen durchgefuhrt, wobei die Hohenentwicklung und die Entwicklung des Brusthohendurchmessers sowie die Stammform verglichen wurden. Die Ergebnisse der Bestandesmessungen haben ergeben, dass das Wachstum in den Folgebestanden in 4 Fallen deutlich hoher als in den ehemaligen Versuchsbestanden ist. Bei Vergleichen mit der Ertragstafel konnte gezeigt werden, dass es durch die groseren Oberhohen auch zu einer Erhohung der Ertragsklassen in den Folgebestanden kommt. Diese Wachstumssteigerungen in den Folgebestanden wurden auch bei den Vergleichen der Stammanalysen bestatigt. Auserdem konnte anhand der Stammanalysen gezeigt werden, dass sich die Stammform nicht verandert hat. Die Beziehung zwischen Hohe und Volumenleistung ist weitgehend konstant geblieben, das allgemeine Ertragsniveau hat sich also nicht verandert. Daher konnen aufgrund der Anderungen des Hohenwachstums auch Schlussfolgerungen auf eine Anderung der Gesamtwuchsleistung gezogen werden. Erhohte Stickstoffeintrage als eine von moglichen Ursachen fur eine Wachstumssteigerung haben sich durch Nadelanalysen nicht bestatigt. Auch konnten keine anderen Ursachen wegen des Fehlens von diesbezuglichen Informationen fur eine Steigerung des Wachstums festgestellt werden. Gesamt gesehen kann festgestellt werden, dass sich die Wuchsleistung in den Folgebestanden gegenuber den Vorbestanden erhoht hat. Eine Erforschung der Ursachen fur diese Wachstumssteigerungen wird kunftig noch eine wichtige Aufgabe der forstlichen Forschung sein.


 

 Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

1. Einleitung und Zielsetzung

2. Ziel der Untersuchung und Flachenauswahl

3. Fragestellungen

4. Darstellung der Dauerversuche

4.1 Versuch Odensee

4.2 Versuch St. Martin

4.3 Versuch Thiersee

4.4 Versuch Hallein

4.5 Versuch Langbathsee

5. Datenmaterial

5.1 Alte Dauerversuchsflachen

5.2 Folgebestande

6. Methodik

6.1 Datenerhebung

6.1.1 Alte Dauerversuche

6.1.2 Folgebestande

6.2 Auswertung

6.2.1 Alte Dauerversuche

6.2.2 Folgebestande

6.2.3 Wachstumsvergleich Vor- und Folgebestand

7. Ergebnisse

7.1 Versuch Odensee

7.1.1 Vorbestand (Dauerversuch

7.1.2 Folgebestand

7.1.3 Vergleich Wuchsleistung Vor- und Folgebestand Odensee

7.2 Versuch St. Martin

7.2.1 Vorbestand (Dauerversuch

7.2.2 Folgebestand

7.2.3 Vergleich Wuchsleistung Vor- und Folgebestand.

 7.3 Versuch Thiersee

7.3.1 Vorbestand (Dauerversuch

7.3.2 Folgebestand

7.3.3 Vergleich Wuchsleistung Vor- und Folgebestand.

7.4 Versuch Hallein

7.4.1 Vorbestand (Dauerversuch

7.4.2 Folgebestand

7.4.3 Vergleich Wuchsleistung Vor- und Folgebestand

7.5 Versuch Langbathsee

7.5.1 Vorbestand (Dauerversuch)

7.5.2 Folgebestand

7.5.3 Vergleich Wuchsleistung Vor- und Folgebestand Langbathsee

7.6 Vergleich der Versuche

7.6.1 Bestandesmessungen

7.6.2 Stammanalysen

7.6.3 Bestandesdichte (Stand Density Index)

8. Diskussion

8.1 Dauerversuche

8.1.1 Anlage, Datenkollektiv

8.1.2 Dauerversuche – Auswertung

8.2 Stammanalysen

8.3 Wuchsleistungsveranderungen Vor- gegenuber Folgebestande

8.4 Diskussion moglicher Ursachen

9. Zusammenfassung

10. Literatur

11. Anhang