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Diverse 21 / Nachhaltigkeit

Marianne Schreck M. [Red.] 2013.Nachhaltigkeit und Waldforschung: 300 Jahre auf einen Blick




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300 Jahre Nachhaltigkeit – über die Karriere eines Begriffs
Kaum zu glauben, dass der so zeitgemäß wirkende Begriff „Nachhaltigkeit“ bereits 300 Jahre alt ist. Erst seit dem Brundtland-Bericht („Unsere gemeinsame Zukunft“) der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung aus dem Jahr 1987 begann seine mediale Karriere, die mit der Nachhaltigkeitskonferenz in Rio 1992 („sustainable development“) so richtig in Schwung kam. Bis dahin wurde Nachhaltigkeit vereinzelt und nur unter ökonomischen Aspekten diskutiert und verwendet. Seit „Rio“ findet sie in vielen Bereichen ihre Anwendung - vom Wohlfahrtsmodell bis zum Konsum. Deshalb wissen heute nur Wenige, dass dieses für manche Ohren recht breitgetretene Wort ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt. Historische Skizze Und zwar von Hans Carl von Carlowitz, einem Oberhauptbergmann aus Sachsen, geboren gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges. Auf seiner fünf Jahre dauernden Reise durch Europa gewann er viel Wissen über den Bedarf und die Produktion von Holz: Er war 1666 in London, als der Großbrand ausbrach, und erlebte, wie sich die enorme Nachfrage nach Holz für den Wiederaufbau gestaltete. Auf seiner Station in Frankreich (1669) interessierte ihn die „Reformation der Wälder“, die unter Ludwig XIV. vorangetrieben wurde. Diese sah eine Inventur und die Erhaltung der Hochwälder vor. Der Antrieb dafür lag im aufstrebenden Merkantilismus und bei der Aufrüstung der Militärflotte. Holzknappheit herrschte auch in seinem Heimatgebiet im Erzgebirge, wo Silber abgebaut wurde und deren Verarbeitung Unmengen an Holz erforderte. Diese Erfahrungen prägten Carlowitz. Deshalb machte er sich daran, die forstlichen Sachkenntnisse in seinem Werk Sylvicultura oeconomica (1713) zu bündeln und darin eine Formel zu verankern, auf der die Nachhaltigkeit beruht: Man nutze nicht mehr Wald als nachwächst.

Schlagworte:

Biodiversität, Klimawandel, Hanß von Carlowitz, Forststrategie, Kohlenstoff, Holzqualität, Naturnähe, Niederschlag, Ressourcen, Schutzwald, Waldrand, Waldökosystem, Waldgesellschaft, Waldgenetik, Totholz, Verjüngung, Bodenversiegelung, Dauerversuchsflächen, Forschung, Grundwasser, Nährstoffvorrat, Kronenraum, Nachhaltigkeit, Stabilität, Splysh-Erosion, Streunutzung, Stammzahl, Waldboden-Zustandsinventur, Waldboden, Übernutzung, Wasserhaushalt, Kosten, Mikroorganismen, Forstgesetz, Waldentwicklung, Naturschutz, Konvention, Prinz der Freiwilligkeit, Monitoring, Waldfläche, BioSoil