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| Lärchenschäden weit verbreitet in Österreich | |
| Cech Th., Perny B. | |
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Schadbild Lärchenminiermotte Coleophora laricella
Nadelverbraunung infolge Befalls durch Läuse
Lärchenkrone mit massiven Saugschäden durch Läuse |
Lärchenschäden weit verbreitet in ÖsterreichSeit einigen Wochen sind in weiten Teilen Österreichs Schäden an Lärchen zu beobachten: zum einen Nadelschäden durch Lärchenminiermotte, Knickläuse und Lärchenschütten, zum anderen ein mehr oder minder massives Zurücksterben der Kronen - vermutlich als Folge von Winterfrost. Nadelverluste sehr früh eingesetztDie Raupen der Lärchenminiermotte (Coleophora laricella) höhlen die Nadeln von der Spitze her aus. Die Nadeln vergilben zunächst und werden dann braun. Auffallend ist, dass der Nadelfraß heuer an manchen Orten schon sehr früh (unmittelbar nach dem Austrieb) eingesetzt hat.Massenvermehrungen wurden vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) insbesondere in weiten Teilen Niederösterreichs (Waldviertel, Dunkelsteinerwald bis Raum Bruck an der Leitha), in Oberösterreich (Nationalpark nördliche Kalkalpen, Raum Schärding) sowie in der Steiermark festgestellt. Noch weiter verbreitet sind Schäden durch Läuse. So wurden in der gesamten Steiermark Massenvermehrungen mehrerer Knicklaus-Arten registriert (Pfister, 2005). Ähnlich wie bei der Miniermotte kommt es zur Nadelvergilbung, die allerdings mit einem charakteristischen Abknicken der Nadel verbunden ist. Lärchenschütte als FolgeerscheinungEine häufige Folgeerscheinung ist die Ausbreitung von Schütteerregern auf den vergilbenden Nadeln. So wurde an den meisten Proben Meria laricis nachgewiesen, (noch?) nicht hingegen Mycosphaerella laricina, die sonst eine fast obligate Folgeerscheinung des Lausbefalles bei Lärchen ist.Interessant ist auch, daß Lausbefall und Miniermottenbefall stellvertretend vorkommen, also nicht im selben Bestand gleichzeitig anzutreffen sind. Insgesamt sind, - im Gegensatz zum Wipfelsterben, nachhaltige Schäden durch die angeführten Organismen nicht zu erwarten. Es handelt sich um rein witterungsbedingte Massenvermehrungen. Trieb-, Ast- und KronensterbenSterben jedoch die Kronen und damit auch die Nadeln ab, ist das ein Zeichen für eine empfindliche Schwächung der Lärchen und am ehesten als Folge von Winterfrost zu diagnostizieren. Das ist vor allem für jüngere Bäume eine ernste Bedrohung.Aktuell sind derartige Schäden in weiten Teilen der Steiermark, in Niederösterreich und in Kärnten zu sehen. Betroffen sind Lärchen aller Altersklassen. Anders als bei den gelegentlich auftretenden Spätfrostschäden, wo im wesentlichen die frisch ausgetriebenen Langtriebe verbraunen, kommt es hier zum Zurücksterben von Trieben, Zweigen und Ästen sowie Stammabschnitten. In den abgestorbenen Rindengeweben finden sich fast überall Fruktifikationen des Mikropilzes Phomopsis occulta. Letztere Art wurde schon früher im Zusammenhang mit Wipfelsterben nach schweren Winterfrostereignissen diagnostiziert (Donaubauer 1992). Sekundär wurde auch mehrfach Besiedlung durch den furchenflügeligen Fichtenborkenkäfer (Pityophthorus pityographus) festgestellt. Im vergangenen Winter ist vielerorts starker Frost registriert worden, wenn auch der Temperatursturz nirgends so rasch und so massiv erfolgt ist wie beispielsweise im Spätherbst 1991 in Niederösterreich. Es ist daher zu vermuten, dass Vorschädigungen die Lärchen prädisponiert hatten: diese sind am wahrscheinlichsten im Hitze- und Trockenjahr 2003 zu sehen, denn biotische Schadfaktoren waren 2004 zwar häufig, doch nur lokal verbreitet. Nächste Monate entscheidend für die betroffenen BeständeWie wird sich die Situation weiterentwickeln? Dies hängt stark vom Sekundärschädlingskomplex ab: Solange sich weder Wurzelpilze noch Stamm brütende Insekten (Krehan 2004) ausbreiten , ist nicht mit einem Fortschreiten des Absterbens in Lärchenbeständen zu rechnen. Literatur |
| Rückfragen: Thomas Cech 21.6.2005 | Index | Waldschutz | Suche |