| Chancen für die Zukunft - Präventivmaßnahmen gegen die Verbreitung der Erlen - Phytophthora-Krankheit durch Pflanzgut - ein Service des BFW | |
| Cech Th. | |
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| Eingehende Untersuchungen in Deutschland haben bestätigt, dass die Verseuchung von Flusssystemen mit dem Erreger der Wurzelhalsfäule der Erle (Phytophthora alni) vorwiegend mit dem Einbringen befallenen Pflanzgutes beginnt.
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Dies erklärt lokal begrenzte Auftreten der Krankheit im Oberlauf von Flüssen bzw. in Aufforstungen ohne Kontakt zu frei fließendem Wasser. Werden Erlenpflanzen in Saat- bzw. Verschulbeeten mit verseuchtem Wasser besprüht, gelangt der Erreger in den Boden. Eine zweite Möglichkeit ist die Verschleppung in Pflanzgärten durch Jungpflanzen, die in anderen Baumschulen bereits verseucht wurden. Ist der Boden ausreichend nass, können die Sporen in Erlenwurzeln eindringen, wo sie Infektionsherde (Nekrosen) hervorrufen. Diese Herde breiten sich langsam in Richtung des Stämmchens aus, ohne dass irgendwelche Symptome an oberirdischen Pflanzenorganen zu erkennen wären. Erst nach einigen Jahren, wenn die Pflanzen längst am Zielstandort eingewurzelt sind, erscheinen, bevorzugt nach außergewöhnlichen Überschwemmungen, die bekannten Symptome am Stamm und in der Krone und das Erlensterben beginnt. Da auch in Österreich schon mehrere Flusssysteme betroffen sind, es andererseits vor allem im Alpenraum noch unverseuchte Uferbestände (hauptsächlich Grauerle) gibt, ist die Unterbindung dieser unbemerkten Verschleppung des Erregers ein Gebot der Stunde. Die Analyse von Bodenproben aus Beeten in Baumschulen und Forstgärten zur Feststellung der Durchseuchung mit Phytophthora alni stellt hier eine Chance dar. Aufbauend auf internationalen Erfahrungen bietet das BFW ein phytosanitäres Testverfahren an, mit Hilfe dessen Pflanzbeete, die für Erlenkulturen vorgesehen sind, überprüft werden können, ob der Erreger der Wurzelhalsfäule der Erle vorhanden ist oder nicht. Für Pflanzbeete bis zu einer Größe von 1ha werden für eine gesicherte Aussage 25 gleichmäßig über den Standort verteilt genommene Bodenproben mit/ohne Wurzelmaterial von Erlenpflanzen gezogen. Dies erfolgt durch Personal des BFW, um weitere Fehlerquellen auszuschalten. Die Proben werden an das BFW transportiert und dort analysiert.
Ein Analysengang erfordert einen Zeitaufwand von 14 Tagen. Für Anfahrt, Probenahme, Rückfahrt, Laboranalyse und Gesundheitszeugnis werden pro 25 Bodenproben verrechnet: Es versteht sich von selbst dass sowohl Aufträge wie Analysenergebnisse dem Datenschutz unterliegen. Kontakt: |
| 20.5.2003 Rückfragen: Thomas Cech | Index | Waldschutz | Suche |