Es herbstelt massiv im Wienerwald
Cech, Th.

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Abbildung1

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Abbildung2

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Abbildung3

Rotbuche

Die Buchen geben derzeit dem Wienerwald einen typischen Oktoberaspekt: Rotbraune Kronen stechen einzeln, aber auch nesterweise aus dem sonst noch weitgehend grün belaubten Wald hervor (Abb.1). Im östlichen Teil vor allem des Kalkwienerwaldes sind manchmal ganze Bestände verfärbt und es sind auch schon entlaubte obere Kronenteile zu beobachten. Gegen den westlichen Wienerwald zu sind die Buchen vielfach noch grün. Das Phänomen ist im übrigen nicht auf den Wienerwald beschränkt, sondern tritt Berichten zufolge derzeit in weiten Teilen Europas auf.

Vordergründig betrachtet erklärt sich die Sache leicht durch die lange Trockenheit und die Hitze dieses Sommers, eine genauere Analyse läßt aber ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren vermuten. Zweifelsohne steht das sommerliche Niederschlagsdefizit im Vordergrund der Ursachen, doch dürfte schon die mangelnde Feuchtigkeit des vergangenen Winters eine Vorschwächung bedeutet haben. Ein weiterer Streßfaktor ist die Vollmast der Buchen im heurigen Jahr. Schon der Blattaustrieb war durch die enorme Blüte etwas reduziert (Kleinblättrigkeit). Entsprechend sind weniger stark fruktifizierende Buchen zur Zeit auch noch dichter belaubt. Die genauen Symptome der Verfärbung deuten auch nur teilweise auf Trockenheits-Verfärbungen hin: die Blätter sind vielfach gleichmäßig rotbraun, oft fehlen die typischen Randnekrosen zur Gänze.

Am Blattfall dürften weder tierische Organismen noch Pilzkrankheiten beteiligt sein, nur selten finden sich Fraßlöcher des Buchenspringrüsslers (Rhynchaenus fagi), Buchenblattbaumläuse (Phyllaphis fagi) und nekrotische Flecken des Bräunepilzes Apiognomonia errabunda. Auch das häufige Auftreten der Buchengallmücke (Hartigiola annulipes) steht in keinem ursächlichen Zusammenhang mit dem vorzeitigen Blattfall.

Ob die hohen Blattverluste die Buchen langfristig schwächen, ist noch nicht abzusehen, vor allem wenn sich im Zuge von Klimaänderungen Trockenperioden häufen. Gegenwärtig sind Folgeschäden wie Zweig- oder Aststerben nicht zu erkennen. Stichprobenartige Differentialdiagnosen ergaben auch bei entlaubten Ästen für die Jahreszeit gut entwickelte lebende Knospen. Eine gewisse Gefahr stellt allerdings Käferbefall am Stamm dar, der bei geschwächten Buchen möglich ist (Buchenborkenkäfer, Taphrorychus bicolor und andere). Bei der Diagnose ist auf sternförmige Gänge am Stamm zu achten.

Bei den anderen Laubbaumarten sind die Blattverluste zur Zeit deutlich schwächer.

Hainbuche

Blattverluste sind auch bei Hainbuchen im Wienerwald zu beobachten.. Hier ist ein Blattpilz beteiligt (Monostichella robergei), der sonst nur eine Begleiterscheinung des herbstlichen Laubfalles ist (Abb.2).

Linde

Auch bei den Linden ist ein Mikropilz häufig, Cercospora microsora, dessen runde Fleckennekrosen oft in großen Zahlen an den Blättern zu sehen sind (Abb.3).

Ahorn

Ahornbäume zeigen derzeit klassische Trockenheitsymptome, nämlich eine vom Blattrand fortschreitende Verbräunung. Dies ist sowohl im Wienerwald wie im Stadtbereich von Wien überall zu sehen.

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