Kahlfrass durch Eichenspinner
Tomiczek Ch., Perny B., Pfister A.

 Eichenspinner-Raupe

Frass-Schäden

Massenauftreten

Ein interessantes Massenauftreten von Raupen des Eichenspinners (Lasiocampa quercus L.) wurde im Frühjahr 2002 in Aufforstungsflächen eines ehemaligen Bergwerksgeländes im Raum Köflach/Voitsberg in der Steiermark beobachtet. Die 4-6 cm großen Raupen (III.-IV. Larvenstadium) hatten es dabei besonders auf Fichten, Lärchen und Kiefern bis zu 1,5 m Höhe abgesehen, die sie teilweise kahlgefressen haben. Die Schadensfläche wird mit etwa 45 ha beziffert.

Bedeutung des Schädlings

Obwohl der Eichenspinner weit verbreitet und nicht selten ist, kam ihm bisher keine nennenswerte Bedeutung zu. Nach bisherigem Wissensstand ist die Gradation in der Steiermark als einzigartig anzusehen, insbesondere da der Raupenfraß auf Nadelbäumen eher selten vorkommt.

Biologie

Der ockergelbe bis kastanienbraune Schmetterling schwärmt von Juli bis August und legt die Eier einzeln auf den zukünftigen Fraßpflanzen ab. Die Ende August bis September schlüpfenden Raupen fressen noch im Herbst und überwintern an den Bäumen, um im darauffolgenden Frühjahr den Fraß fortzusetzen. Die Verpuppung erfolgt in der Regel im Mai. In höheren Lagen kann der Schmetterling auch eine 2-jährige Generationsdauer haben.

Mitarbeit: A. Pfister, Amt der Stmk. Landesregierung