Spinnenfauna österreichischer Naturwälder
im mitteleuropäischen Vergleich |
| Projektleiter: Norbert Milasowszky |
|
Ökologische Bedeutung:
|
Spinnen werden aufgrund
ihrer großen Artenvielfalt und dem Vorkommen in sämtlichen
Lebensräumen als Bioindikatoren für landschaftsökologische
und naturschutzrelevante Fragestellungen empfohlen. Da Spinnen eng
begrenzte Umwelt- und Nahrungsansprüche stellen, gelten sie
als Gruppe mit ausgezeichnetem Zeigerwert. Für das Vorkommen
und die Verteilung von Spinnen in Waldökosystemen spielen insbesondere
strukturierende Faktoren wie Totholz und Streuauflage eine wichtige
Rolle.
Spinnen stellen als Räuber die Endglieder in der Nahrungskette
der Kleintierfauna dar und üben daher eine wichtige regulierende
Funktion im Nahrungsnetz aus. In den Wäldern unserer Breiten
gehen etwa 43,8% des jährlichen Fraßes an Insekten auf
Spinnen zurück.
|
 |
Ziel des Projektes: |
| Daten über Spinnen
aus Naturwäldern bzw. Urwäldern sind noch nicht zusammenfassend
dargestellt worden. Die wenigen Arbeiten stammen vor allem aus borealen
Wäldern. In diesem Projekt soll die Spinnenfauna sämtlicher
Naturwaldstandorte bestimmt werden. Des weiteren soll ein Vergleich
der Spinnengemeinschaften der untersuchten Naturwaldstandorte mit
Spinnengemeinschaften anderer Natur- und Wirtschaftswälder
in Mitteleuropa durchgeführt werden. Dazu werden statistische
Methoden eingesetzt. |
Bisherige Ergebnisse: |
Das Projekt begann
am 1. November 2003.
Von den im Urwald Rothwald entdeckten Spinnenarten sind vier Arten
extrem seltene Waldspezialisten. Auch alle übrigen Arten haben
- mit nur einer einzigen Ausnahme - ihren Vorkommensschwerpunkt
in Waldökosystemen. Die relativ geringe Artenzahl könnte
auf eine mögliche Schlussgesellschaft oder Klimaxgesellschaft
der Spinnenpopulation im Rothwald hindeuten. |