Springschwänze
besiedeln verschiedenste Bodentypen in oft enorm großen Individuenzahlen.
Sie sind teilweise ökologisch hoch spezialisiert und besitzen
dadurch größten Zeigerwert für die Bioindikation.
Aufgrund ihrer hohen Anzahl sind die Springschwänze trotz ihrer
geringen Größe ganz entscheidend an den Umsetzungs- und
Zersetzungsprozessen im Boden beteiligt.
Sie fressen Bakterien, Pilze, abgestorbene pflanzliche oder tierische
Substanzen, Kot größerer Bodentiere. Dadurch regulieren
und stimulieren sie einerseits das Wachstum der Mikroorganismen
und fördern andererseits die Humifizierung und die Bodenfruchtbarkeit. |
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Springschwänze gehören
zu den häufigsten und typischen Bodentieren. Ihre Erforschung
ist deshalb mitentscheidend in der Aufklärung der Biodiversität
in Böden. Es sollen die verschiedenen Arten von Springschwänzen
bestimmt, und weiterführend, die Struktur der typischen Lebensgemeinschaft
in Naturwaldböden beschrieben werden. Diese Ergebnisse können
als fundierte Basis für den Vergleich von Naturwäldern
untereinander aber auch mit Wirtschaftswäldern verwendet werden.
Dadurch würde das Ausmaß einer Beeinflussung der Böden
durch forstwirtschaftliche Maßnahmen in Wirtschaftswäldern
fassbar. |
Protaphorura christiani |
Bisherige Ergebnisse:
Insgesamt wurden mehr als 50 Springschwanzarten in den untersuchten
Naturwaldböden in Auwald, Traubeneichen-Hainbuchenwald, Waldmeister-Buchenwald
gefunden. Fünf davon sind Neubeschreibungen für Österreich.
Dabei variierte die Anzahl der verschiedenen Springschwanzarten
zwischen 22 und 25 Arten. Die einzelnen Arten wiederum traten je
nach Standort in sehr unterschiedlicher Häufigkeit auf. Es
zeigt sich weiters, dass die Anzahl der Springschwänze in einem
bestimmten Boden nicht konstant ist, sondern Schwankungen unterliegt.
Die Messung dieser Veränderungen erlaubt Rückschlüsse
auf Änderungen der Umweltbedingungen (z.B.: Feuchtigkeit, Temperatur,
Nahrung). Weiters wurde die aktive Bioindikations-Methode durchgeführt:
Da bestimmte Springschwänze sehr empfindlich auf veränderte
Umweltbedingungen reagieren, wird eine Art, deren Ansprüche
man genau kennt, in einem speziellen Behälter in den zu untersuchenden
Boden eingebracht. Je nachdem, ob die Anzahl der Springschwänze
im Container gleich bleibt, zunimmt oder abnimmt, kann die Güte
des Lebensraumes eruiert werden. Die gewonnen Daten werden mit Literaturbefunden
verglichen. |