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Department of Forest Genetics
Leiter: Dipl.-Ing. Ulrich Schultze

Aktuelles
Chloroplast DNA primer database
Trainingsprogramm Genressourcen
Biomasse
Aus der Forschung
Genetische Inventur
Hochlagen
Vogelkirsche
Bergahorn
Esche
Populationsgenetik
Forstpflanzenzüchtung
Herkunftsprüfung
Genomforschung
Projekte
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Dienstleistungen
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Kooperationen
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Lehrtätigkeit
Überblick

Aufgaben

Genetische Vielfalt ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Anpassungsprozesse von Waldbaumarten. Ein zentraler Aufgabenbereich des Instituts ist daher die Analyse der genetischen Systeme von Waldbaumarten als Voraussetzung für die Untersuchung von deren Anpassungsprozessen. Ergebnisse aus diesen Untersuchungen werden sowohl der forstlichen Praxis als Entscheidungshilfen für den Aufbau stabiler Waldbestände zur Verfügung gestellt als auch für die Programme zur Erhaltung forstlicher Genressourcen herangezogen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Forstgenetik ist die Provenienzforschung. Dabei werden die besonderen Umstände beachtet, die sich für die österreichische Forstwirtschaft aus dem alpinen Charakter des Landes ergeben.


Abteilungen

Kontakt

Hauptstraße 7, A-1140 Wien
Tel. +43-1-878 38 /2110
Fax +43-1-+43-1-878 38 /2250
Email: thomas.geburek@bfw.gv.at

Mitarbeiter

Aus der Forschung

Karte: Probebestände der Gen-Inventur
Probebestände der
Genetischen Inventur

Genetische Inventur Österreichs

Im Rahmen von Projekt Nr. P/2/27 Untersuchungen von Waldbeständen mit genetisch-biochemischen Methoden, Projektleiter Univ. Doz. Dr. Thomas Geburek

Die Genetische Inventur ist ein Programm, mit dessen Hilfe die groß- und kleinräumliche Verteilung der genetischen Ausstattung der in Österreich vorhandenen Baumarten sowie der Einfluß von Umweltveränderungen und waldbaulichen Maßnahmen auf diese festgestellt wird.

Begonnen wurde mit den für Österreich wirtschaftlich bedeutendsten Baumarten Fichte, Lärche und Buche. Basierend auf 20 Isoenzym-Genloci wird die genetische Diversität in verschiedenen autochthonen Beständen untersucht.

Ziel ist ein Netz von untersuchten Beständen, das über das ganze natürliche Verbreitungsgebiet der Baumarten verteilt ist.

Das Programm liefert Information über:

  • die großräumige Verteilung genetischer Information und deren Struktur
  • zeitlich bedingte genetische Veränderungen (genetisches Monitoring)
  • nacheiszeitliche Rückwanderungswege der einzelnen Baumarten
  • den Einfluß verschiedener Verjüngungstechniken wie Naturverjüngung, Aufforstung usw. und Durchforstungsarten auf die genetischen Strukturen und Befruchtungssysteme

Herkunftsforschung für Hochlagen

Projekt Nr. P/2/7 Provenienzversuche, Projektleiter Dipl.-Ing. Ulrich Schultze

Das Ziel dieses Forschungsprogramms ist:

  • Erfassung der Variabilität von Herkünften und Genotypen bei Nadel- und Laubbaumarten
  • Prüfung und Beurteilung der Anbauwürdigkeit auf verschiedenen Standorten in bezug auf Wüchsigkeit, waldbauliche Eignung, Formeigenschaften und Resistenz gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren.
  • Prüfung von Herkünften und Klonen, vor allem der Fichte, auf ihre Hochlageneignung

Vogelkirschen-Stamm
Stamm einer
Vogelkirsche

Molekulargenetik von Edellaubbäumen (Vogelkirsche und Bergahorn)

Projekt P/2/32, Laufzeit: 1998-2002, Projektleiter Dipl.-Ing. Dr. Berthold Heinze

Molekulare Marker (DNA) erlauben bei Bäumen einen "Vaterschafts-" bzw. "Mutterschaftsnachweis" ähnlich wie beim Menschen. Man kann damit also für jeden einzelnen Samen die "Eltern" in einer Gruppe von Bäumen suchen. Dazu wird sogenannte Mikrosatelliten-DNA analysiert. Bei der Vogelkirsche, einer meist verstreut vorkommenden Baumart mit wertvollem Holz, sollen die Befruchtungsverhältnisse in größeren Vorkommen mit denen von einzeln stehenden Bäumen geklärt werden. Saatgut aus verschiedenen Jahren soll im Hinblick auf genetischen Einheitlichkeit untersucht werden, wenn möglich unter Einbeziehung von Plantagenbeerntungen. Ausserdem werden molekulargenetische Unterschieden zwischen Vogelkirschen im Wald und Hauskirschenklonen gesucht.

Beim Bergahorn ist die Suche nach genetischer Differenzierung der Vorkommen in Österreich nach geographischer Lage und Höhenstufen geplant, ebenso ein Vergleich der genetischen Zusammensetzung von Klonen in Samenplantagen.

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Eschen-Stamm
Stamm einer
Esche

Verbesserung der Produktivität der Esche

Projekt P/2/34-EU; Laufzeit: 2001-2004, Projektleiter Dipl.-Ing. Dr. Berthold Heinze

EU-gefördertes Forschungsprojekt, Koordinator: Dr. Gerry Douglas, TEAGASC, Irland. Die Ziele des Projektes sind in drei Teilbereichen zusammengefasst:

  • Charakterisierung und Selektion geeigneter genetischer Ressourcen (Anbauversuche und molekulargenetische Charakterisierung)
  • Verbesserung der nicht-konventionellen Vermehrungsmethoden für Esche (Gewebekultur)
  • Analyse der Ursachen für die mangelnde Aufnahme von Forschungsergebnissen zu forstlichem Vermehrungsgut von Edellaubbaumarten bei den forstlichen Anwendern

Das Institut für Forstgenetik wird in den Bereichen 1 (molekulargenetische Charakterisierung) und 3 (Vorarbeiten für eine molekulargenetische Zertifizierung von Eschen-Vermehrungsgut) mitarbeiten.

[zur Projekthomepage]


 


Weitere Untersuchungen

Populationsgenetik

  • Klonidentifizierung
  • Groß- und kleinräumliche Verteilung genetischer Information
  • Einfluß biotischer und abiotischer Faktoren auf genetische Strukturen
  • Genetische Anpassungsfähigkeit
  • Erhaltung der genetischen Vielfalt (forstgenetische Ressourcen)

Forstpflanzenzüchtung

  • Auslesezüchtung bei Fichte und Lärche
  • Makrovegetative Vermehrung von Nadel- und Laubbaumarten
  • Nachkommenschafts- und Klonprüfung

Herkunftsprüfung

  • Frühtestung der Angepaßtheit von Fichtenpopulationen an die unterschiedliche Dauer der Vegetationszeit in verschiedenen Seehöhen (Klimakammer, Glashaus, Forstgarten)
  • Herkunftsversuche bei Fichte, Lärche und Zirbe
  • Feldversuche mit nicht einheimischen forstlichen Baumarten (Douglasie, Große Küstentanne, Griechische Tanne) und Edellaubbaumarten (Vogelkirsche, Speierling, Walnuß)
  • Sortenprüfung von Pappel und Weide

DNA-Helix
DNA-Helix

Zukünftiger Schwerpunkt "Genomforschung"

Dipl.-Ing. Dr. Berthold Heinze

Die Genomforschung, die im Humanbereich zu einer Revolution der Erkenntnisse über den menschlichen Körper führt, bietet auch viele neue Mittel und Wege, mehr über die Waldbäume zu erfahren. Bisher wissen wir sehr wenig darüber, wie sich Bäume an die Umwelt anpassen, und welche Gene für die Phänomene des Knospenaustriebes, der Blüte, der Winterruhe oder der Frosthärte verantwortlich sind. In Zukunft soll sich eine eigene Arbeitsgruppe im Institut mit diesen Problemen auseinandersetzen und sich auf die Suche nach diesen Genen machen. Im Moment werden dazu nationale und internationale Forschungsprojekte vorbereitet.

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Dienstleistungen

Gesetzliche
Arbeiten

Arbeiten im Rahmen des Forstlichen Vermehrungsgutgesetzes (FVG) Bgbl. Nr. 419 vom 20. August 1996 und der Verordnung zum Forstlichen Vermehrungsgutgesetz (VO) Bgbl. vom 26. September 1996

Forstliches Vermehrungsgutgesetz FVG

Führung von Listen über Ausgangsmaterial, das zur Erzeugung von "geprüftem Vermehrungsgut" bestimmt ist - "Nationales Register"
Gutachten zur Anerkennung von Saatgut (Untersuchungsbefund)

Verordnung VO Bgbl. 512 vom 26. September 1996

Überprüfende Mitwirkung bei der Vergleichsprüfung für die Zulassung von Ausgangsmaterial für "geprüftes Vermehrungsgut"


Lehrtätigkeit

Universität für
Bodenkultur

Univ.Doz. Dr. Thomas Geburek

Spezielle Forstgenetik unter besonderer Berücksichtigung genetischer Erhaltensbiologie
Vorlesung (2stündig), Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Waldbau, Wintersemester

Aufbauend auf den genetischen Kenntnissen aus den Grundlagenvorlesungen soll ein vertieftes Verständnis für Forstgenetik und genetische Erhaltungsbiologie entwickelt werden. Kenntnisse über solche genetische Faktoren werden vorrangig vermittelt, die zur langfristigen Erhaltung von Arten und nachhaltigen Nutzung von Waldökosystemen beitragen. Die Vermittlung von genetischen Kenntnissen bei Waldbaumarten steht im Vordergrund. Dennoch bleiben andere Organismen nicht unberücksichtigt.

Lehrinhalte:

  • Genetik und Erhaltungsbiologie: Begriffsdefinition, Ziele. Genetische Variation und Anpassung: Struktur und Bedeutung genetischer Variation, Erhaltung und Quantifizierung genetischer Variation, mikro- und makrogeographische Differenzierung, Adaption, Coadaption, Angepaßtheit, genetische Anpassungspotentiale, genetische Last, Extinktion
  • Genetische Besonderheiten kleiner Populationen: Flaschenhals und Gründereffekte, Zufallsdrift, Inzucht, Genfluß, künstliche Maßnahmen zur Erhöhung der Fitness
  • Hybridisierung und Metapopulationen: Grenzen und Potentiale natürlicher und künstlicher Hybridisierung, Metapopulationen
  • Möglichkeiten und Grenzen genetischer Marker: Isoenzyme, DNA-Marker
  • Management von Genressourcen: in-situ-Generhaltung, ex-situ-Generhaltung, Management von kaptivierten Populationen, kleinste überlebensfähige Population, SLOSS (single large or several small Dilemma)

Kooperationen und Mitarbeit

International

  • Nationale Koordination der Strasbourg Resolution S2 "Erhaltung forstgenetischer Ressourcen", Durchführung durch das European Forest Genetic Resource Programme (EUFORGEN) (Univ.Doz. Dr. Thomas Geburek)
  • Nationaler Vertreter für das EUFORGEN-Fichtennetzwerk (Univ.Doz. Dr. Thomas Geburek)
  • Nationaler Vertreter für das EUFORGEN-Schwarzpappel-Netzwerk (Dr. Berthold Heinze)
  • Verantwortlich für die innerstaatliche Koordination der Helsinki-Resolution H4 "Strategie für ein Verfahren zur langfristigen Anpassung der Wälder in Europa an die Klimaänderung" (Univ.Doz. Dr. Thomas Geburek)

2001-06-25; Rückfragen: Ulrich Schultze Index | Forstgenetik | Publikationen | Suche