Aus den Publikationen

Kilian, Walter; Müller, Ferdinand; Starlinger, Franz: Die forstlichen Wuchsgebiete Österreichs
Eine Naturraumgliederung nach waldökologischen Gesichtspunkten.

FBVA-Berichte 82/1994, 60 Seiten, öS 70,--

siehe auch      Wuchsgebiete online

Karte Wuchsgebiete Österreichs
Wuchsgebiete

Aus dem Inhalt

Zur Vereinheitlichung mehrerer unterschiedlicher, bisher in der forstlichen Praxis Österreichs nebeneinander verwendeter Wuchsgebietsgliederungen wird eine neue Gliederung vorgestellt. Als hierarchisch höchste standörtliche Einheiten sollen die Wuchsgebiete als Grundlage für Raumplanung, forststatistische Inventuren, Monitoring-Netze, für den ökologisch orientierten Waldbau und zur Abgrenzung von Herkunftsgebieten für das forstliche Saat- und Pflanzgut dienen. 22 Wuchsgebiete werden unter besonderer Berücksichtigung des Regionalklimas und der durch das Klima geprägten regional vorherrschenden Waldgesellschaften unterschieden und zu 9 Hauptwuchsgebieten zusammengefasst. Innerhalb der Wuchsgebiete werden nach vegetationskundlichen und klimatischen Gesichtspunkten insgesamt 7 Höhenstufen, zusammengefasst zu drei Höhengürteln, unterschieden. Die Beschreibungen der einzelnen Wuchsgebiete umfassen Verweise zu den bisherigen Gliederungskonzepten, zu Lage, Höhenerstreckung und Umgrenzung, Rahmenwerte für die Höhenstufengrenzen und Kapitel über Klima, Geomorphologie, Böden und die natürlichen Waldgesellschaften.

Bestellungen: Forstliche Bundesversuchsanstalt, Bibliothek, Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1130 Wien
Tel: +43-1-878 38/216; Fax: +43-1-877 79 07


Forstliche Bundesversuchsanstalt (Hrsg.)
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Ergebnisse
Mitteilungen der Forstlichen Bundesversuchsanstalt, Wien 1992, Nr. 168/I,II, 247 S., öS 250,--

Inhalt

Kilian, Walter
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Ergebnisse. Waldbodenbericht. Einführung
S. 1-4

Englisch, Michael; Karrer, Gerhard; Mutsch, Franz
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil I: Methodische Grundlagen
S. 5-21

Für die Waldboden-Zustandsinventur werden 514 Waldflächen in einem systematischen Raster herangezogen. Auf diesen Flächen wurden Standorts-, Boden- und Vegetationsaufnahmen durchgeführt und Bodenproben nach fixen Tiefenstufen geworben. Der Probeflächenaufbau, die Methodik der Feldaufnahme sowie der Bodenanalysen werden beschrieben. Auf die Vergleichbarkeit der Methoden mit denen, welche bei anderen Bodenzustandsinventuren in Österreich bzw. in Europa angewandt werden, wird eingegangen. Die Datenverwaltung mittels ORACLE-Datenbank und statistische Auswertemethoden werden angerissen.

 

Englisch, Michael
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil II: Standorts- und Bodenbeschreibung
S. 23-43

Die Ergebnisse der Standorts-, Boden- und Vegetationsansprache der 514 Probeflächen der Waldboden-Zustandsinventur werden komprimiert angeführt. Die Repräsentativität der Ergebnisse wurde für einige Parameter mit Bezug auf die Österreichische Forstinventur angeschätzt. Die Flächenanteile von Boden- und Vegetationstypen wurden aufgrund der Ergebnisse der Österreichischen Forstinventur hochgerechnet und kommentiert. Für die wichtigsten Bodentypen wurden wesentliche, charakterisierende bodenphysikalische Kenngrößen errechnet.

 

Englisch, Michael
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil III: Atmogene Hauptnährstoffe
S. 45-57

Die Kohlenstoff- und Stickstoffgehalte von 511 Probeflächen der Waldboden- Zustandsinventur wurden gemessen und für die häufigsten Bodentypengruppen bzw. Humusformen die Kohlenstoff- und Stickstoffvorräte ermittelt. Beziehungen zwischen der mittleren Stickstoffzahl nach ELLENBERG und dem mittleren C/N-Verhältnis konnten festgestellt werden. Mit Hilfe des C/N-Verhältnisses und der Gesamt-Stickstoffvorräte wurde versucht, die Stickstoffversorgung von Waldökosystemen zu schätzen.

 

Mutsch, Franz
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil IV: Lithogene Hauptnährstoffe
S. 59-88

Im Rahmen der österreichischen Waldboden-Zustandsinventur wurden die Gesamtgehalte der lithogenen Hauptnährstoffe P,K,Ca,Mg und Fe untersucht; außerdem wurde S im Auflagehumus in seiner Eigenschaft als Immissionselement analysiert. Zum Nachweis diffuser Schwefelimmissionen scheinen Bodenanalysen auf Gesamtschwefel nicht geeignet. Während für P und mit Einschränkung auch für K durchwegs eine ausreichende Grundausstattung angenommen werden kann, besteht (auf sehr sauren Böden) für Ca und insbesondere Mg die Gefahr der Unterversorgung. Die Bandbreiten der Konzentrationen der Nährelemente und deren Vorräte pro Flächeneinheit werden genannt. Zwischen den Gesamtgehalten von K,Ca und Mg einerseits und ihren austauschbaren Anteilen andererseits bestehen signifikante Zusammenhänge.

 

Kilian, Walter
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil V: Säurehaushalt - austauschbare Kationen
S. 89-144

Entsprechend der geochemischen und klimatischen Vielfalt Österreichs ist der Säure- und Basenhaushalt in den Waldböden sehr unterschiedlich. Die am Punktenetz der Waldboden-Zustandsinventur österreichweit gemessenen pH-Werte (in CaCl2) reichen von 2,7 bis 8,0. Der austauschbare Basenvorrat in 50 cm Bodenschicht variiert zwischen 25 (Median für Semipodsol) und über 1200 kmol Ieq/ha (Kalk-Braunlehm). 35% aller untersuchten Böden sind in zumindest einem Horizont karbonathältig oder liegen auf karbonathältigem Ausgangsmaterial. Ihre pH-Werte liegen nahe dem Neutralbereich. Die Austauschkapazität ist hoch, insbesondere bei Rendsina, ebenso die Basensättigung: Schon das 10er Perzentil liegt über 95%. Diese Böden sind gegen Versauerung weitgehend unempfindlich. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Kalkalpen sowie auf den karbonathältigen Lockersedimenten des Alpenvorlandes und des sommerwarmen Ostens. Die restlichen 65% karbonatfreien Silikatböden sind überwiegend stark sauer: 83% ihrer obersten Mineralbodenhorizonte liegen mit pH kleiner gleich 4,2 im Al- bzw. Fe-Pufferbereich. Die Austauschkapazität ist gering, besonders gering bei armer Fels-Braunerde, Semipodsol und Podsol. Humusgehalt im Oberboden erhöht sie entscheidend. Die Basensättigung ist im Durchschnitt auch bei den karbonatfreien Böden nicht ungünstig. 39% sind in allen Tiefenstufen zumindest mäßig ausreichend gesättigt (V-Wert >18%). Andererseits liegen 26% mit zumindest einer Tiefenstufe im Bereich geringer (V-Wert = 6 bis 12%), weitere 23% im Bereich sehr geringer (V-Wert kleiner gleich 6%) Basensättigung. Ein Teil dieser stark sauren und entbasten Böden sind naturbedingte Podsole und Semipodsole der Hochlagen bzw. der sauren Silikatgesteine mit daran gut angepassten natürlichen Waldgesellschaften. Bei den verbleibenden 12% stark sauren Böden, deren Profilaufbau und Standortsbefund nicht im Einklang mit der hohen Acidität stehen, spielen vermutlich sekundäre Versauerung bzw. Bodendegradation eine größere Rolle. Schwerpunkte der sauersten, basenarmen Böden liegen im Mühl- und Waldviertel, im Semmering-Wechselgebiet und den Niederen Tauern. Als gefährdet sind weiters Böden anzusehen, welche mäßig sauer (im Austauschpufferbereich) und knapp ausreichend basengesättigt sind, jedoch geringe Austauschkapazität und damit Elastizität aufweisen, so dass eine rasche Milieuänderung im Boden möglich ist, die zu Anpassungsproblemen der Vegetation führen kann. 55% der Probeflächen sind mit Magnesium reichlich ausgestattet. Bei etwa 25% weisen verschiedene Merkmale auf Unterversorgung, 10% auf erhebliche Unterversorgung, wiederum mit Schwerpunkten im Mühl- und Waldviertel, Weilharter Forst und den Seckauer Tauern. Extremer Mg-Mangel ist jedoch selten. Die durchschnittlichen Gehalte an austauschbarem Kalium sind in Österreich eher niedrig.

 

Mutsch, Franz
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil VI: Schwermetalle
S. 145-192

Im Rahmen der österreichischen Waldboden-Zustandsinventur wurden die Schwermetalle Mn,Cu,Co,Cr,Ni,Pb und Cd untersucht. Co,Cr und Ni liegen meist innerhalb der aus der Literatur bekannten Spannen. Einige leicht erhöhte Werte sind lithogenen Ursprungs. Auch die essentiellen Schwermetalle Mn,Cu und Zn weisen großteils durchschnittliche Gehalte auf. Auf einem geringen Prozentsatz der Probeflächen ist eine Mangelversorgung der Pflanzen mit diesen Spurenelementen möglich. Höhere Gehalte sind meist lithogener Herkunft. Vereinzelt spielen bei Zink Immissionseinflüsse eine Rolle. Die Pb- und Cd-Gehalte deuten auf eine, sich über das ganze Bundesgebiet erstreckende, jedoch unterschiedliche Immissionsbelastung hin. Die Belastungen nehmen mit der Exposition der Probefläche (der Seehöhe) deutlich zu und sind vorwiegend auf Fernimmissionen zurückzuführen. Die erhaltenen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Alpen eine Senke für europäische Luftschadstoffe sind.

 

Karrer, Gerhard
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Teil VII: Vegetationsökologische Analysen
S. 193-242

Auf 513 Beobachtungsflächen der Österreichischen Waldboden-Zustandsinventur wurden Vegetationsaufnahmen durchgeführt. Floristische und strukturelle Daten werden zur Korrelation mit Boden- und Klimamerkmalen ausgetestet, und zwar unter Verwendung ökologischer Zeigerwerte für die einzelnen Pflanzenarten und mittlerer Zeigerwerte für jede Fläche. Die mittleren Lichtzahlen korrelieren mit den strukturellen Merkmalen und der Phänologie. In einem gebirgigen Land wie Österreich hängen die mittleren Temperaturzahlen mit der Seehöhe, aber auch mit der Exposition zusammen. Die mittleren Kontinentalitätszahlen variieren wenig, die Werte sind über Österreich so verteilt, wie es nach dem Vergleich mit entsprechenden Themenkarten zu erwarten war. Am Alpenostrand (an der Grenze zum Ungarischen Tiefland) werden die Kontinentalitätswerte durch illytrische Pflanzenarten mit ausgesprochen submediterran-subatlantischer Verbreitung vermindert. Das Bodenfeuchteregime ist durch die mittleren Feuchtigkeitszahlen gut erfasst. Der Anteil an Wechselfeuchtezeigern ist auf Podsolen und auf Böden mit häufigem oder ständigem Wassereinfluss (Pseudogleye, Gleye) hoch. Trockene Böden wie Rendsinen und kalkhältige Braunlehme tragen einen niedrigen, aber sehr konstanten Prozentsatz dieser Zeigerarten. Die mittleren Reaktionszahlen sind Ausdruck der Basensättigung im Wurzelhorizont. Korrelationen mittlerer Reaktionszahlen mit dem Boden-pH haben logarithmischen Charakter. Der aktuelle Nährstoffstatus der Böden wird durch die mittleren Stickstoffzahlen gut charakterisiert. Die niedrigsten Werte sind auf sauren Böden, die höchsten auf Böden mit pH-Werten zwischen 5.5 und 6.5 zu finden. Auf Flächen mit sehr hohen Calciumkarbonatgehalten ist die mittlere Stickstoffzahl wieder geringer.

 

Kilian, Walter
Österreichische Waldboden-Zustandsinventur. Ergebnisse. Waldbodenbericht. Zusammenschau und Ausblick
S. 243-247

Die Ergebnisse einer ersten bundesweiten Erhebung des Waldbodenzustandes an einem statistischen Netz mit 514 Probeflächen werden vorgestellt. Der Basenhaushalt und die Ausstattung der österreichischen Waldböden mit mineralischen Nährstoffen ist derzeit nicht ungünstig, im einzelnen aber sehr differenziert. Wohl aber finden sich Hinweise für weiträumige sekundäre Versauerungsvorgänge bzw. Bodendegradationen. Desgleichen wurden zwar keine unmittelbar toxischen Schwermetallkonzentrationen gefunden, wohl aber Anreicherungen an Blei und Cadmium im Oberboden, deren Verteilung auf diffusen, flächendeckenden Ferneintrag schließen lassen. Eine Erweiterung der Analysenpalette ist vorgesehen, vor allem zu bodenbiologische Parametern. Ergänzungen und Änderungen der Feldaufnahme für die in 10- Jahresabständen geplante Wiederholung der Erhebung werden diskutiert.

 

Bestellungen: Forstliche Bundesversuchsanstalt, Bibliothek, Seckendorff-Gudent-Weg 8, 1131 Wien
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