Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung von forstlichen Genressourcen in Osteuropa

Wissenschaft und Lehre als Völkerverständigung in Osteuropa

Internationaler Trainingskurs zur Erhaltung forstlicher Genressourcen in Russland

Ein Iraner sitzt neben einem Georgier, eine Serbin neben einem Kroaten. Was die Politik nur in Ansätzen zusammenbringt – nämlich Völkerverständigung und voneinander Lernen -, wurde versucht, in einem Trainingsprogramm zu erreichen. Dazu fand in Pushkino in der Nähe von Moskau ein Workshop (13. bis 24. Juni) statt, der federführend vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) organisiert wurde.

14 Wissenschafter, darunter zwei aus Österreich, unterrichteten 25 Jungforscher und Studenten aus großteils ehemaligen Ländern der UDSSR und Osteuropa zu den Themen Waldbiodiversität, forstliche Genressourcen und nachhaltige Entwicklung. Die Teilnehmer arbeiteten innerhalb der zwei Wochen an fünf Fallbeispielen: Zum Beispiel an einer Erhaltungsstrategie für die vom Aussterben bedrohte Serbische Fichte, an biotischen und abiotischen Bedrohungen genetischer Waldressourcen oder daran, wie für bestimmte Baumarten für die Forstwirtschaft wertvolle Saatgutbestände auszuwählen und zu bewirtschaften sind.

Lösungorientiertes Arbeiten

Das Schulungsprogramm führte das BFW in Kooperation mit dem Internationalen Pflanzengenetikressourcen-Institut in Rom durch, maßgeblich beteiligt am Zustandekommen des Kurses war die Forstsektion des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in Wien. Wichtig war, dass zum einen gut ausgebildete Forscher das erworbene Wissen in ihren Ländern anwenden können – deshalb lösungsorientiertes Arbeiten, zum anderen soll ein Netzwerk zwischen Genetikern in Europa aufgebaut werden.

Forschungsarbeiten am BFW

Was sind die nächsten Schritte? Aus den Teilnehmern wurde Jelena Aleksic von der Universität Novi Sad (Serbien-Montenegro) ausgewählt. Sie wird zwei Jahr lang am Genetik-Institut in Wien zu speziellen Fragestellungen forschen, die in ihrem Heimatland eine hohe Dringlichkeit haben. Nächstes Jahr soll ein weiterer Workshop in Kuala Lumpur (Malaysien) mit Schwerpunkt auf südostasiatischen Problemstellungen stattfinden.

Weitere Informationen:

Univ.-Doz. Dr. Dr. habil. Thomas Geburek, BFW, Institut für Genetik, Hauptstraße 7, 1140 Wien, E-Mail: thomas.geburek@bfw.gv.at

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